Das Wichtigste in Kürze
- Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Datenstand 2025) reicht der Median in Vollzeit von 2.841 Euro (ZFA) bis 5.536 Euro (Pflegedienstleitung).
- Der Entgeltatlas zeigt Werte für eine ganze Berufsgattung: Berufe derselben Gruppe, etwa ZMV und Praxismanager, haben deshalb denselben Wert.
- Pflegefachkräfte (4.587 Euro), Heilerziehungspfleger (4.525 Euro) und Erzieher (4.314 Euro) liegen deutlich über MFA (3.329 Euro) und ZFA.
- In der Pflege gilt seit 1. Juli 2026 ein Pflegemindestlohn von 16,52 bis 21,03 Euro pro Stunde, der gesetzliche Mindestlohn liegt 2026 bei 13,90 Euro.
Im Gehaltsvergleich der Gesundheits- und Sozialberufe liegen laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Datenstand 2025) Pflegefachkräfte, Heilerziehungspfleger und Erzieher mit Medianwerten zwischen gut 4.300 und gut 4.500 Euro brutto im Monat vorn. MFA, PKA und Helferberufe in der Pflege liegen meist zwischen 3.200 und 3.600 Euro, ZFA mit 2.841 Euro am unteren Ende. Die Werte gelten nur für Vollzeit und für ganze Berufsgruppen; was du tatsächlich verdienst, hängt von Tarif, Region, Erfahrung und Stundenumfang ab.
Woher stammen die Gehaltszahlen?
Alle Gehaltszahlen in diesem Vergleich stammen aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit mit dem Datenstand 2025.
Der Entgeltatlas wertet die Meldungen der Arbeitgeber zur Sozialversicherung aus. Angegeben sind Bruttomonatsentgelte von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Vollzeit, bundesweit und über alle Altersgruppen. Neben dem Median nennt er das untere und das obere Quartil: Ein Viertel verdient weniger als das untere Quartil, ein Viertel mehr als das obere.
Definition
- Berufsgattung
Eine Berufsgruppe der Klassifikation der Berufe (KldB), in der die Bundesagentur ähnliche Tätigkeiten auf demselben Anforderungsniveau zusammenfasst. Der Entgeltatlas weist das Gehalt für die Berufsgattung aus, nicht für den einzelnen Jobtitel. Berufe, die zur selben Gruppe gehören, haben deshalb dieselben Werte.
Das ist die wichtigste Einschränkung dieses Vergleichs. Wenn ZMP, ZMF und Dentalhygiene hier denselben Median zeigen, wurde nicht jeder Beruf einzeln gemessen; es ist der Wert ihrer gemeinsamen Gruppe. Teilzeit ist nicht enthalten, obwohl sie in Praxen, Kitas und Betreuung weit verbreitet ist.
Wie viel verdienen Gesundheits- und Sozialberufe im Vergleich?
Die Medianwerte reichen von 2.841 Euro für ZFA bis 5.536 Euro für die Pflegedienstleitung, mit großen Unterschieden innerhalb der Berufe.
| Beruf | Median | Unteres Quartil | Oberes Quartil | Hinweis zur Berufsgattung |
|---|---|---|---|---|
| Pflegedienstleitung | 5.536 Euro | 4.822 Euro | 6.484 Euro | Leitungsfunktion |
| Pflegefachfrau, Pflegefachmann | 4.587 Euro | 4.111 Euro | 5.116 Euro | Gesundheits- und Krankenpflege, fachlich |
| Heilerziehungspflege | 4.525 Euro | 4.052 Euro | 5.081 Euro | eigene Berufsgattung |
| Notfallsanitäter | 4.447 Euro | 3.764 Euro | 5.130 Euro | gemeinsamer Wert mit Rettungssanitätern, kein Wert für Rettungssanitäter |
| Sozialpädagogische Assistenz, Kinderpflege | 4.348 Euro | 3.851 Euro | 4.914 Euro | Kinderbetreuung fachlich, oft öffentlicher Tarif |
| Erzieherin, Erzieher | 4.314 Euro | 3.842 Euro | 4.848 Euro | eigene Berufsgattung |
| ZMV, Praxismanagement, Fachwirt Gesundheits- und Sozialwesen | 4.162 Euro | 3.283 Euro | 5.356 Euro | gemeinsame Gruppe Verwaltung, Spezialistentätigkeiten |
| Kaufleute im Gesundheitswesen | 4.035 Euro | 3.271 Euro | 4.834 Euro | eigene Berufsgattung |
| Gesundheits- und Krankenpflegehilfe | 3.596 Euro | 3.184 Euro | 4.202 Euro | Helferniveau |
| Heilerziehungspflegeassistenz | 3.536 Euro | 2.637 Euro | 4.225 Euro | große Spanne |
| Sozialassistenz | 3.469 Euro | 2.797 Euro | 4.112 Euro | Haus- und Familienpflege, fachlich |
| Altenpflegehilfe | 3.335 Euro | 2.989 Euro | 3.731 Euro | Altenpflege, Helferniveau |
| MFA | 3.329 Euro | 2.824 Euro | 3.868 Euro | eigene Berufsgattung |
| PKA | 3.266 Euro | 2.708 Euro | 3.763 Euro | eigene Berufsgattung |
| ZMP, ZMF, Dentalhygiene | 3.250 Euro | 2.727 Euro | 3.837 Euro | gemeinsame Gruppe ZFA, Spezialistentätigkeiten |
| Betreuungskraft, Alltagsbegleitung | 3.203 Euro | 2.675 Euro | 3.860 Euro | breite Helfergruppe Haus- und Familienpflege |
| Orthopädietechnik-Mechanik | 3.071 Euro | 2.669 Euro | 3.744 Euro | eigene Berufsgattung |
| Fachverkauf Sanitätsfachhandel | 2.904 Euro | 2.540 Euro | 3.674 Euro | eigene Berufsgattung |
| ZFA | 2.841 Euro | 2.440 Euro | 3.287 Euro | ZFA, fachlich |
Einige Werte überraschen auf den ersten Blick. Dass Kinderpflege und Sozialpädagogische Assistenz knapp über dem Erzieherwert liegen, liegt an der Gruppenbildung; in dieser Gruppe arbeiten zudem viele Beschäftigte bei öffentlichen Trägern mit Tarif. Es heißt nicht, dass Assistenzkräfte mehr verdienen als Erzieherinnen in derselben Kita. Auch beim ZFA-Wert lohnt der Blick in die Region: In Hamburg liegt der Median bei 3.022 Euro, in München bei 3.316 Euro.
Wie unterscheiden sich die Gehälter nach Anforderungsniveau?
Mit jedem höheren Anforderungsniveau steigt der Median in der Regel, aber die Spannen zwischen den Bereichen sind größer als die Sprünge innerhalb eines Bereichs.
Die Klassifikation der Berufe unterscheidet vier Anforderungsniveaus: Helfer- und Anlerntätigkeiten, fachlich ausgerichtete Tätigkeiten, komplexe Spezialistentätigkeiten und hoch komplexe Tätigkeiten. Für die Gesundheits- und Sozialberufe in diesem Vergleich sind die ersten drei entscheidend.
| Anforderungsniveau | Typische Qualifikation | Beispiele aus dem Entgeltatlas | Median |
|---|---|---|---|
| Helfer- und Anlerntätigkeiten | keine oder kurze Qualifizierung, Helferausbildung bis etwa 1 Jahr | Betreuungskraft, Altenpflegehilfe, Gesundheits- und Krankenpflegehilfe | 3.203 bis 3.596 Euro |
| Fachlich ausgerichtete Tätigkeiten | mindestens zweijährige Berufsausbildung | ZFA, Sozialassistenz, Kinderpflege, Pflegefachkraft | 2.841 bis 4.587 Euro |
| Komplexe Spezialistentätigkeiten | Aufstiegsfortbildung wie Fachwirt oder Kammerfortbildung | ZMP, ZMF, Dentalhygiene; ZMV, Praxismanagement | 3.250 bis 4.162 Euro |
Die Tabelle zeigt, warum ein Vergleich nur innerhalb eines Bereichs sinnvoll ist: Eine ZMP liegt mit 3.250 Euro über der ZFA, aber unter einer Pflegefachkraft ohne Fortbildung. Zwischen Zahnarztpraxis und Pflege unterscheiden sich vor allem Tarifstrukturen und Arbeitsbedingungen wie Schichtdienst und Zuschläge.
Welche Mindestlöhne gelten?
In Pflegebetrieben gilt der Pflegemindestlohn, überall sonst mindestens der gesetzliche Mindestlohn.
Seit 1. Januar 2026 liegt dieser nun bei 13,90 Euro brutto in der Stunde.
Für die Pflegebranche legt die Siebte Pflegearbeitsbedingungenverordnung höhere Untergrenzen fest. Sie gilt für alle Beschäftigten in Pflegebetrieben, mit Ausnahme etwa von Verwaltung, Küche oder Haustechnik, und damit in der Regel auch für Betreuungskräfte in Pflegeeinrichtungen.
- Ab 1. Juli 2026: 16,52 Euro für Pflegehilfskräfte, 17,80 Euro für Pflegekräfte mit mindestens einjähriger Ausbildung, 21,03 Euro für Pflegefachkräfte, jeweils brutto je Stunde.
- Ab 1. Juli 2027: 16,95 Euro, 18,26 Euro und 21,58 Euro.
Viele Pflegeeinrichtungen zahlen mehr, weil sie für die Zulassung zur Versorgung nach § 72 Abs. 3a SGB XI Gehälter in Höhe von Tarifverträgen oder kirchlichen Regelungen zahlen müssen.
Welcher Gehaltsweg passt zu deiner Lebenslage?
Welcher Weg sich finanziell lohnt, hängt davon ab, wie lange du auf ein niedrigeres Einkommen verzichten kannst.
| Lebenslage | Schneller Einstieg auf Helferniveau | Ausbildung oder Umschulung zur Fachkraft | Aufstiegsfortbildung mit Abschluss |
|---|---|---|---|
| Unter 25, ohne Berufsabschluss | möglich, aber Gehalt bleibt begrenzt | passt gut, langfristig höheres Gehalt | erst nach Ausbildung und Berufserfahrung |
| 30 bis 45, mit Familie | passt gut, wenn Einkommen sofort nötig ist | möglich mit Bildungsgutschein oder berufsbegleitend | passt gut, oft berufsbegleitend mit Aufstiegs-BAföG |
| Ab 50, mit Berufserfahrung | passt gut, Erfahrung wird geschätzt | möglich, Externenprüfung prüfen | möglich, wenn du schon im Beruf bist |
| Beschäftigt, wenig Zeit | möglich als Nebentätigkeit | eher schwierig neben Vollzeit | passt gut, Kurse oft in Teilzeit |
- Eigenen Beruf im Entgeltatlas suchen. Prüfe, welche Berufsgattung angezeigt wird und welche Berufe sie umfasst.
- Region einstellen. Vergleiche dein Bundesland mit dem Bundeswert.
- Teilzeit umrechnen. Rechne den Vollzeitwert auf deine Stunden herunter, bevor du Angebote vergleichst.
- Tarif erfragen. Frag Arbeitgeber, ob und nach welchem Tarif sie zahlen.
- Gehalt verhandeln. Nutze die Zahlen als Argument; Tipps findest du im Ratgeber zur Gehaltsverhandlung.
Wo du passende Angebote findest
Gehaltsangaben in echten Stellen findest du in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit und in den Tariftabellen der jeweiligen Tarifpartner. Auch spezialisierte Plattformen helfen beim Vergleich, zum Beispiel Specialist Match, eine Jobplattform für Pflege, Betreuung, Schulbegleitung, Zahnarztpraxis und Sanitätshaus, mit aktuellen Stellen.
Wer über einen Abschluss mehr verdienen möchte, findet geförderte Umschulungen in der Weiterbildungssuche der Bundesagentur. Ein Beispiel ist Care-er, ein AZAV-zugelassener Bildungsträger mit Live-Online-Kursen zur Betreuungskraft, zur Schulbegleitung und zur ZFA-Umschulung; die ZFA-Umschulung dauert dort rund drei Jahre berufsbegleitend. Mehr zu den einzelnen Berufen liest du in den Ratgebern zum ZFA-Gehalt und zum MFA-Gehalt. Wie der Einstieg ohne Vorerfahrung gelingen kann, zeigt zum Beispiel Specialist Match im Bereich Einstieg.
Fazit
Der Gehaltsvergleich zeigt klare Muster: Pflege, Heilerziehungspflege und Erziehung liegen vorn, Praxisberufe und Helfertätigkeiten darunter, die ZFA am unteren Ende. Die Zahlen gelten aber für ganze Berufsgruppen in Vollzeit. Für deine Entscheidung zählen der Wert in deiner Region, der Tarif des Arbeitgebers und die Frage, welche Fortbildung dich eine Stufe weiterbringt.
Häufige Fragen
Welcher Gesundheits- oder Sozialberuf verdient am meisten?
Unter den verglichenen Berufen hat laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Datenstand 2025) die Pflegedienstleitung mit 5.536 Euro brutto im Monat den höchsten Median in Vollzeit. Unter den Ausbildungsberufen liegen Pflegefachkräfte mit 4.587 Euro vorn.
Warum verdienen ZFA weniger als MFA?
Laut Entgeltatlas liegt der Median für ZFA bei 2.841 Euro, für MFA bei 3.329 Euro. Ein Grund ist, dass Zahnarztpraxen meist kleine Betriebe sind und der ZFA-Tarifvertrag nur in wenigen Kammerbereichen gilt; MFA arbeiten außer in Praxen auch in Kliniken, MVZ oder im öffentlichen Dienst, wo oft feste Tarife gelten.
Was verdient eine Betreuungskraft?
Einen eigenen Wert hat die Betreuungskraft im Entgeltatlas nicht; ihre Berufsgattung „Haus- und Familienpflege, Helfer- und Anlerntätigkeiten“ liegt bei 3.203 Euro in Vollzeit. In Pflegebetrieben gilt für Betreuungskräfte in der Regel der Pflegemindestlohn, seit 1. Juli 2026 mindestens 16,52 Euro pro Stunde, oder ein höherer Tarif.
Was verdient man in der Schulbegleitung?
Für die Schulbegleitung gibt es keinen eigenen Eintrag im Entgeltatlas. Die Bezahlung hängt vom Träger ab, ob er sich an Tarife wie den TVöD oder kirchliche Regelungen anlehnt, und vom Stundenumfang, der meist in Teilzeit liegt; der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 Euro gilt immer.
Wo finde ich aktuelle Gehälter für meinen Beruf?
Im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit kannst du nach Beruf, Bundesland, Alter und Geschlecht filtern. Ergänzend helfen Tarifverträge und Gehaltsangaben in Stellenanzeigen, zum Beispiel in der Jobbörse der Bundesagentur oder bei Specialist Match.
Quellen
Hinweis: Der Betreiber dieses Portals ist mit Care-er und Specialist Match verbunden. Mehr erfahren