Quereinstieg · Gesundheitswesen

ZFA-Umschulung: Ablauf, Dauer, Förderung und Wege im Vergleich

Eine Umschulung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) führt dich in rund zwei bis drei Jahren zu einem anerkannten Berufsabschluss, je nach Modell. Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten, wenn die Voraussetzungen stimmen; die Prüfung legst du vor der Zahnärztekammer ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die reguläre Ausbildung zur ZFA dauert drei Jahre (§ 2 ZahnmedAusbV). Eine geförderte Umschulung in Vollzeit ist in der Regel um mindestens ein Drittel kürzer (§ 180 Abs. 4 SGB III).
  • Die Zahnärztekammer Berlin nennt für Umschülerinnen und Umschüler mit abgeschlossener Berufsausbildung eine Ausbildungszeit von zwei Jahren.
  • Ohne Umschulung kannst du zur Prüfung zugelassen werden, wenn du mindestens das Eineinhalbfache der Ausbildungszeit im Beruf gearbeitet hast (§ 45 Abs. 2 BBiG).
  • Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit die Umschulung; dazu kommen Prämien für bestandene Prüfungen.
  • Median der Berufsgattung laut Entgeltatlas: 2.841 Euro brutto im Monat (Vollzeit, Datenstand Entgeltatlas 2025).

Eine Umschulung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) führt dich zu einem staatlich anerkannten Berufsabschluss. Die reguläre Ausbildung dauert drei Jahre; eine geförderte Umschulung in Vollzeit ist in der Regel um mindestens ein Drittel kürzer, also rund zwei Jahre. Die Kosten kann die Agentur für Arbeit mit einem Bildungsgutschein übernehmen. Die Abschlussprüfung legst du vor der Zahnärztekammer ab. Hast du schon lange in einer Zahnarztpraxis gearbeitet, kommst du auch über die Externenprüfung zum Abschluss.

Definition

Umschulung

Eine berufliche Ausbildung für Erwachsene, die schon gearbeitet haben und in einen anderen Beruf wechseln. Das Berufsbildungsgesetz sagt dazu: „Die berufliche Umschulung soll zu einer anderen beruflichen Tätigkeit befähigen“ (§ 1 Abs. 5 BBiG). Am Ende steht dieselbe Prüfung wie in der regulären Ausbildung.

Was macht eine ZFA?

Als ZFA arbeitest du in der Zahnarztpraxis eng mit der Zahnärztin oder dem Zahnarzt zusammen. Du assistierst bei der Behandlung, bereitest Instrumente auf und achtest auf Hygiene. Du empfängst Patientinnen und Patienten, planst Termine und kümmerst dich um Dokumentation und Abrechnung. Mehr dazu im Berufsbild ZFA.

Der Beruf ist nach dem Berufsbildungsgesetz staatlich anerkannt. Die Ausbildungsverordnung legt die Dauer fest:

„Die Berufsausbildung dauert drei Jahre.“

Quelle: § 2 ZahnmedAusbV, gesetze-im-internet.de

Welche Wege führen zum ZFA-Abschluss?

Es gibt drei Wege. Welcher zu dir passt, hängt von deiner Vorbildung, deiner Berufserfahrung und deiner finanziellen Lage ab.

Vergleich: Drei Wege zum Abschluss als ZFA
WegDauerVoraussetzungFinanzierungPrüfung
Duale Ausbildung3 Jahre (§ 2 ZahnmedAusbV)Ausbildungsvertrag mit einer ZahnarztpraxisAusbildungsvergütung der PraxisAbschlussprüfung vor der Zahnärztekammer
Umschulung mit BildungsgutscheinIn Vollzeit in der Regel um mindestens ein Drittel verkürzt (§ 180 Abs. 4 SGB III)Förderzusage der Agentur für Arbeit; je nach Kammer abgeschlossene BerufsausbildungWeiterbildungskosten durch die Agentur für Arbeit, dazu Prämien nach § 87a SGB IIIAbschlussprüfung vor der Zahnärztekammer
ExternenprüfungKeine Kursdauer vorgeschriebenMindestens das Eineinhalbfache der Ausbildungszeit im Beruf, also 4,5 Jahre (§ 45 Abs. 2 BBiG)Vorbereitung je nach Angebot; Förderung im Einzelfall mit der Agentur für Arbeit klärenAbschlussprüfung vor der Zahnärztekammer

Wie lange dauert die Umschulung genau?

Bei einer geförderten Umschulung in Vollzeit verlangt das Gesetz eine Verkürzung gegenüber der regulären Ausbildung:

„Die Dauer einer Vollzeitmaßnahme, die zu einem Abschluss in einem allgemein anerkannten Ausbildungsberuf führt, ist angemessen im Sinne des § 179 Absatz 1 Nummer 3, wenn sie gegenüber einer entsprechenden Berufsausbildung um mindestens ein Drittel der Ausbildungszeit verkürzt ist …“

Quelle: § 180 Abs. 4 SGB III, gesetze-im-internet.de

Bei drei Jahren Ausbildungszeit bedeutet das höchstens zwei Jahre. Die Zahnärztekammer Berlin beschreibt genau diesen Weg: Wer bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen hat, kann die Ausbildung als Umschüler innerhalb von zwei Jahren absolvieren. Andere Kammern können eigene Regeln haben. Frag deshalb vorab bei der Zahnärztekammer deines Bundeslandes nach.

Berufsbegleitende Modelle dauern oft länger, weil du nicht in Vollzeit lernst. Zum Beispiel bietet Care-er, ein AZAV-zugelassener Bildungsträger mit Live-Online-Kursen zur Betreuungskraft, zur Schulbegleitung und zur ZFA-Umschulung, eine berufsbegleitende ZFA-Umschulung an: rund drei Jahre, drei Tage online und zwei Tage Praxis pro Woche, Prüfung vor der Zahnärztekammer Berlin, für Menschen ab 25 Jahren.

Wer bezahlt die ZFA-Umschulung?

Bist du arbeitslos oder droht dir Arbeitslosigkeit, kann die Agentur für Arbeit die Umschulung mit einem Bildungsgutschein bezahlen. Seit dem 1. Januar 2025 gilt das auch, wenn du Grundsicherungsgeld bekommst; zuständig für die Förderung ist dann ebenfalls die Agentur für Arbeit.

Weil die ZFA ein Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer ist, kommen bei einer geförderten Umschulung die Leistungen aus § 87a SGB III dazu: 1.000 Euro nach dem ersten Teil der Abschlussprüfung und 1.500 Euro nach bestandener Abschlussprüfung. Bist du arbeitslos, bekommst du zusätzlich 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat.

Wie gut sind die Jobchancen als ZFA?

Die ZFA gehört zu den großen Ausbildungsberufen in Deutschland. Laut Bundeszahnärztekammer wurden zum 30. September 2025 bundesweit 17.396 Ausbildungsverträge für ZFA neu abgeschlossen (Ausbildungszahlen 2025).

Beim Gehalt nennt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit für Zahnmedizinische Fachangestellte einen Median von 2.841 Euro brutto im Monat. Hinweis: Median der Berufsgattung, Vollzeit, Datenstand Entgeltatlas 2025.

Für die Jobsuche sind die Jobbörse der Agentur für Arbeit und die Zahnärztekammern erste Anlaufstellen. Daneben gibt es spezialisierte Plattformen, zum Beispiel Specialist Match, eine Jobplattform für Pflege, Betreuung, Schulbegleitung, Zahnarztpraxis und Sanitätshaus, mit Stellen in Zahnarztpraxen und Infos zum Einstieg ohne Vorerfahrung.

Für wen eignet sich die Umschulung?

Die Umschulung passt zu dir, wenn du gern mit Menschen arbeitest, sorgfältig bist und keine Scheu vor Behandlungssituationen hast. Gute Gründe für den Wechsel:

  • Du willst einen anerkannten Abschluss statt eines Hilfsjobs.
  • Du suchst geregelte Arbeitszeiten in einer Praxis statt Schichtdienst.
  • Du hast bereits eine Ausbildung in einem anderen Beruf und kannst die verkürzte Umschulung nutzen.

Unsicher, ob ZFA oder ein anderer Gesundheitsberuf besser passt? Unsere Übersicht zum Quereinstieg hilft dir weiter.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine ZFA-Umschulung?

Die reguläre Ausbildung dauert drei Jahre. Eine geförderte Umschulung in Vollzeit muss nach § 180 Abs. 4 SGB III in der Regel um mindestens ein Drittel kürzer sein; die Zahnärztekammer Berlin nennt für Umschüler mit abgeschlossener Berufsausbildung zwei Jahre. Berufsbegleitende Modelle können länger dauern.

Kann ich die ZFA-Umschulung ohne Berufsausbildung machen?

Das hängt von deiner Kammer und deiner Agentur für Arbeit ab. Die Zahnärztekammer Berlin beschränkt die verkürzte Umschulung auf Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung. Ohne Ausbildung bleiben dir die reguläre Ausbildung oder, mit genug Berufserfahrung in der Praxis, die Externenprüfung.

Wer bezahlt die Umschulung zur ZFA?

Wenn du arbeitslos bist oder dir Arbeitslosigkeit droht, kann die Agentur für Arbeit die Umschulung mit einem Bildungsgutschein bezahlen. Voraussetzung ist unter anderem, dass Träger und Maßnahme zugelassen sind. Das gilt seit 2025 auch, wenn du Grundsicherungsgeld vom Jobcenter bekommst.

Was verdient eine ZFA?

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit nennt für Zahnmedizinische Fachangestellte einen Median von 2.841 Euro brutto im Monat. Das ist der Median der Berufsgattung für Vollzeitbeschäftigte, Datenstand Entgeltatlas 2025. Dein Gehalt hängt von Region, Praxis und Erfahrung ab.

Bin ich mit über 40 zu alt für eine ZFA-Umschulung?

Für die Umschulung gibt es keine gesetzliche Altersgrenze. Entscheidend ist, ob die Agentur für Arbeit die Umschulung für deine Eingliederung als notwendig ansieht und ob eine Praxis dich ausbildet. Manche Anbieter setzen ein Mindestalter, zum Beispiel ab 25 Jahren.

Quellen

  1. Verordnung über die Berufsausbildung zum Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZahnmedAusbV), § 2Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 5. Oktober 2026
  2. § 180 SGB III: Ergänzende Anforderungen an Maßnahmen der beruflichen WeiterbildungBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 5. Oktober 2026
  3. § 45 BBiG: Zulassung in besonderen FällenBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 5. Oktober 2026
  4. § 87a SGB III: Weiterbildungsprämie und WeiterbildungsgeldBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 5. Oktober 2026
  5. ZFA Grundausbildung: Umschüler und externe PrüfungsteilnehmerZahnärztekammer Berlin, abgerufen am 5. Oktober 2026
  6. Entgeltatlas: Zahnmedizinische/r Fachangestellte/rStatistik der Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 5. Oktober 2026
  7. Ausbildungszahlen Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) 2025 in DeutschlandBundeszahnärztekammer, abgerufen am 5. Oktober 2026
  8. Informationen für Maßnahme- und Bildungsträger zum Umgang mit FbW- und Reha-Maßnahmen ab 01.01.2025Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 5. Oktober 2026

Über die Redaktion dieses Artikels

Geschrieben von

Lena Hartmann

Redakteurin · Gesundheitsberufe, Arzt- und Zahnarztpraxen, Quereinstieg

Lena Hartmann schreibt bei Karriere in Pflege & Gesundheit über Berufe im Gesundheitswesen und über Wege in die Arbeit in Arzt- und Zahnarztpraxen.

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