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Berufssprachkurse: Deutsch für den Beruf im Gesundheits- und Sozialbereich

Berufssprachkurse helfen dir, Deutsch gezielt für den Arbeitsalltag zu lernen, auch für Pflege, Praxis und Sozialarbeit. Sie werden vom BAMF gefördert und sind für Arbeitsuchende in der Regel kostenfrei. Dieser Ratgeber erklärt Kursarten, Zugang, Kosten und Zertifikate.

Das Wichtigste in Kürze

  • Berufssprachkurse sind berufsbezogene Deutschkurse des BAMF nach der Deutschsprachförderverordnung (DeuFöV).
  • Es gibt Basismodule zu den allgemeinen Sprachniveaus und Spezialmodule, unter anderem für Gesundheitsberufe.
  • Für Arbeitsuchende und Leistungsbeziehende sind die Kurse kostenfrei; Beschäftigte oberhalb einer Einkommensgrenze zahlen laut § 4 DeuFöV einen Kostenbeitrag von 50 Prozent des Kostenerstattungssatzes.
  • Basiskurse zu B2 und C1 umfassen laut § 14 DeuFöV in der Regel 400 Unterrichtseinheiten; Voraussetzung ist meist Deutsch auf Niveau B1.
  • In Pflege und Praxen wird oft B1 oder B2 verlangt, für die Anerkennung ausländischer Pflegeabschlüsse in der Regel B2.

Berufssprachkurse sind vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geförderte Deutschkurse, die dich gezielt auf Sprache im Arbeitsalltag vorbereiten. Rechtsgrundlage sind § 45a Aufenthaltsgesetz und die Deutschsprachförderverordnung (DeuFöV). Es gibt allgemeine Basismodule zu den Sprachniveaus und Spezialmodule, unter anderem für Gesundheitsberufe. Für Arbeitsuchende und Leistungsbeziehende ist die Teilnahme kostenfrei.

Was sind Berufssprachkurse?

Berufssprachkurse sind Deutschkurse für Menschen mit Migrationsgeschichte, die ihre Sprachkenntnisse für Arbeit, Ausbildung oder die Anerkennung eines Berufsabschlusses verbessern wollen.

Definition

Berufssprachkurs (DeuFöV)

Berufsbezogener Deutschkurs nach § 45a Aufenthaltsgesetz und der Verordnung über die berufsbezogene Deutschsprachförderung (DeuFöV). Die Kurse werden vom BAMF gesteuert und von zugelassenen Kursträgern durchgeführt. Sie bauen in der Regel auf dem Integrationskurs auf und verbinden Sprachunterricht mit Situationen aus dem Berufsleben.

Anders als im Integrationskurs geht es weniger um Alltag und Orientierung, sondern um Sprache im Job: Telefonate führen, E-Mails schreiben, im Team kommunizieren, Dokumentationen verstehen, Bewerbungsgespräche meistern. Gerade in Gesundheits- und Sozialberufen ist das entscheidend, weil Missverständnisse dort schnell Folgen für Patientinnen, Bewohner oder Kinder haben können.

Welche Kursarten gibt es?

Berufssprachkurse gliedern sich grob in Basismodule, die zu einem allgemeinen Sprachniveau führen, und Spezialmodule, die auf bestimmte Berufsfelder oder Zielgruppen zugeschnitten sind.

Basismodule

Die Basismodule führen laut § 12 DeuFöV zu den Niveaus B2, C1 oder C2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens, jeweils ausgehend von der Stufe darunter. Grundsätzlich setzt die Teilnahme ein bestimmtes Niveau voraus:

„Die Teilnahme an der berufsbezogenen Deutschsprachförderung setzt … ausreichende deutsche Sprachkenntnisse entsprechend dem Niveau B 1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen … voraus.“

Quelle: Deutschsprachförderverordnung, § 4 Abs. 3

Wer das Niveau B1 noch nicht erreicht hat, kann je nach Situation Spezialmodule auf den Stufen A2 oder B1 besuchen. Laut § 14 DeuFöV umfassen die Basiskurse zu B2 und C1 sowie die Spezialkurse zu A2 und B1 in der Regel je 400 Unterrichtseinheiten, der Kurs zu C2 in der Regel 500. Welches Modul für dich passt, ergibt sich meist aus einem Einstufungstest beim Kursträger.

Spezialmodule

Spezialmodule richten sich an bestimmte Berufsgruppen oder Situationen. Für den Gesundheitsbereich wichtig sind vor allem Module für akademische Heilberufe, die etwa Ärztinnen und Ärzte auf die Fachsprachprüfung vorbereiten, und Module für Gesundheitsfachberufe wie die Pflege, die häufig mit Blick auf die Berufsanerkennung angeboten werden. Daneben gibt es Spezialmodule für weitere Berufsfelder. Welche Module aktuell angeboten werden und in welcher Region, kann sich ändern; maßgeblich sind die Informationen des BAMF und der Kursträger.

Die Kursarten unterscheiden sich vor allem in Zielniveau, Inhalt und Zielgruppe.

Vergleich: Kursarten und Niveaus der Berufssprachkurse
KursartZielniveauInhaltGeeignet fürAbschluss
Basismodul B2B2allgemeine berufsbezogene KommunikationMenschen mit B1, etwa nach dem Integrationskursin der Regel Prüfung und Zertifikat B2
Basismodul C1C1anspruchsvolle Fach- und TeamkommunikationMenschen mit B2, etwa für qualifizierte Tätigkeitenin der Regel Prüfung und Zertifikat C1
Spezialmodul A2 oder B1A2 oder B1Grundlagen der BerufsspracheMenschen, die B1 im Integrationskurs nicht erreicht habenDeutsch-Test für den Beruf auf dem Zielniveau
Spezialmodul Gesundheitsfachberufein der Regel B2Pflegealltag, Dokumentation, Gespräche mit PatientenPflegekräfte, oft im Anerkennungsverfahrenfür die Anerkennung vorgeschriebene Sprachprüfung
Spezialmodul akademische Heilberufein der Regel C1medizinische Fachsprache, Arzt-Patienten-GesprächÄrztinnen, Ärzte und weitere akademische HeilberufeVorbereitung auf die Fachsprachprüfung

Wie bekommst du Zugang zu einem Berufssprachkurs?

Der Zugang läuft in der Regel über die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter, wenn du arbeitsuchend bist oder Leistungen beziehst, und über einen Kursträger direkt beim BAMF, wenn du beschäftigt bist.

  1. Sprachstand klären. Prüfe, welches Niveau du nachweisen kannst, etwa mit einem Zertifikat aus dem Integrationskurs.
  2. Zuständige Stelle ansprechen. Arbeitsuchende und Leistungsbeziehende sprechen mit Agentur für Arbeit oder Jobcenter; Beschäftigte und Auszubildende wenden sich in der Regel an einen Kursträger.
  3. Berechtigung erhalten. Agentur oder Jobcenter stellen bei passender Situation eine Berechtigung aus; bei Beschäftigten entscheidet das BAMF über den Antrag.
  4. Kurs und Träger wählen. Suche einen zugelassenen Träger in deiner Nähe oder online und mach den Einstufungstest.
  5. Prüfung einplanen. Am Ende steht meist eine Prüfung; kläre vorher Termin und Ablauf.

Grundsätzlich gilt: Bist du arbeitslos gemeldet, kann die Teilnahme verpflichtend werden, wenn Agentur oder Jobcenter den Kurs für deine Eingliederung für notwendig halten. Das ist kein Nachteil, solltest du aber wissen, weil Fehlzeiten dann Folgen haben können.

Was kostet ein Berufssprachkurs?

Für Arbeitsuchende sowie Beziehende von Arbeitslosengeld oder Grundsicherung für Arbeitsuchende (bis Juni 2026 Bürgergeld) ist die Teilnahme in der Regel kostenfrei.

Beschäftigte zahlen laut § 4 Abs. 4 und 5 DeuFöV einen Kostenbeitrag von 50 Prozent des Kostenerstattungssatzes, den das BAMF dem Kursträger zahlt. Kostenfrei bleibt der Kurs für Beschäftigte, die ergänzend Grundsicherung beziehen oder Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, für Auszubildende und für Beschäftigte, deren Bruttoentgelt 33 Prozent der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung nicht übersteigt; mit Kindern steigt diese Grenze. Der Arbeitgeber kann dir den Beitrag ersetzen. Bestehst du innerhalb von zwei Jahren nach Ausstellung der Teilnahmeberechtigung die Abschlussprüfung, erstattet das BAMF auf Antrag die Hälfte deines Beitrags. Die aktuellen Euro-Beträge nennt das BAMF; frag auch deinen Kursträger, bevor du dich anmeldest.

Welche Zertifikate gibt es?

Viele Berufssprachkurse enden mit einer Prüfung, die dein erreichtes Sprachniveau bescheinigt, typischerweise B1, B2 oder C1.

Laut § 15 DeuFöV enden die Basiskurse zu B2 und C1 und die Spezialkurse zu A2 und B1 mit dem „Deutsch-Test für den Beruf“ auf dem jeweiligen Zielniveau; die Prüfungskosten übernimmt das BAMF, eine Wiederholung eingeschlossen. Das Zertifikat belegt dein Niveau gegenüber Arbeitgebern, Schulen und Anerkennungsstellen. Achte darauf, welches Zertifikat die Stelle verlangt, bei der du es einreichen willst. Manche Anerkennungsbehörden oder Pflegeschulen akzeptieren nur bestimmte Prüfungen.

Warum verlangen Pflege und Praxen oft B1 oder B2?

In Gesundheits- und Sozialberufen wird oft B1 oder B2 verlangt, weil du dort Gespräche mit Patienten, Angehörigen und Kollegen sicher führen und Dokumentationen fehlerfrei verstehen musst.

Einige typische Anforderungen im Überblick, die je nach Bundesland und Arbeitgeber abweichen können:

  • Anerkennung eines ausländischen Pflegeabschlusses: laut Portal Anerkennung in Deutschland B2, nachweisbar auch über die Fachsprachprüfung Pflege
  • Pflegeausbildung oder Pflegeassistenz: häufig B1 oder B2, je nach Schule und Land
  • Betreuungskraft nach § 43b SGB XI: Viele Träger verlangen mindestens B1, etwa Care-er, ein AZAV-zugelassener Bildungsträger mit Live-Online-Kursen zur Betreuungskraft, zur Schulbegleitung und zur ZFA-Umschulung, für seine Weiterbildung zur Betreuungskraft; die Richtlinien schreiben kein festes Niveau vor
  • Schulbegleitung: keine gesetzliche Vorgabe, Kursträger verlangen häufig B1
  • Arbeit in Arzt- oder Zahnarztpraxen: meist kein festes Niveau, aber sichere Kommunikation am Empfang und am Telefon; oft wird B2 erwartet
  • Ärztinnen und Ärzte: für die Approbation in der Regel eine Fachsprachprüfung, meist auf Niveau C1

Ein Berufssprachkurs ist deshalb oft der erste Baustein eines längeren Weges: erst Sprache, dann Ausbildung, Anerkennung oder Weiterbildung. Mehr zum Einstieg in die Pflege findest du im Ratgeber Quereinstieg in die Pflege.

Wer früh ein anerkanntes B2-Zertifikat erwirbt, öffnet sich in der Pflege die meisten Türen.

Wo du passende Angebote findest

Kursträger und Termine für Berufssprachkurse findest du über die Seiten des BAMF zu Deutsch für den Beruf und bei deiner Agentur für Arbeit oder deinem Jobcenter. Auch Volkshochschulen und private Sprachschulen führen Berufssprachkurse durch. Offene Stellen, auf die du dich mit deinem Zertifikat bewerben kannst, listet die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit; geförderte Qualifizierungen zeigt die Weiterbildungssuche im Portal mein NOW.

Hast du B1 erreicht, kommen auch kürzere geförderte Qualifizierungen in Frage, etwa zur Betreuungskraft oder zur Schulbegleitung. Ein Beispiel ist Care-er; für die Weiterbildung zur Betreuungskraft und die Weiterbildung zur Schulbegleitung setzt Care-er Deutsch auf Niveau B1 voraus. Sprachkurse selbst bietet Care-er nicht an. Stellen bündeln spezialisierte Plattformen, etwa Specialist Match, eine Jobplattform für Pflege, Betreuung, Schulbegleitung, Zahnarztpraxis und Sanitätshaus, im Bereich Pflege & Betreuung.

Fazit

Berufssprachkurse sind ein wichtiger Baustein, wenn du in Deutschland im Gesundheits- oder Sozialbereich arbeiten möchtest. Sie führen zu anerkannten Zertifikaten, oft auf Niveau B1, B2 oder C1, und es gibt Spezialmodule für Pflege und akademische Heilberufe. Für Arbeitsuchende und Leistungsbeziehende sind sie kostenfrei, Beschäftigte zahlen je nach Einkommen einen Beitrag. Kläre früh, welches Niveau dein Zielberuf verlangt, und sprich dann mit Agentur, Jobcenter oder einem Kursträger über den passenden Kurs.

Häufige Fragen

Wer kann an einem Berufssprachkurs teilnehmen?

In der Regel Menschen mit Migrationsgeschichte, die ihre Deutschkenntnisse für den Arbeitsmarkt verbessern wollen und meist schon ein Grundniveau mitbringen. Dazu gehören Arbeitsuchende, Leistungsbeziehende, Beschäftigte und Auszubildende; die genauen Bedingungen prüft die zuständige Stelle.

Was kostet ein Berufssprachkurs?

Für Arbeitsuchende sowie Beziehende von Arbeitslosengeld oder Grundsicherung ist die Teilnahme kostenfrei, ebenso für Auszubildende. Beschäftigte, deren Bruttoentgelt über 33 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung liegt, zahlen laut § 4 DeuFöV 50 Prozent des Kostenerstattungssatzes; die Hälfte davon wird nach bestandener Prüfung auf Antrag erstattet.

Welche Deutschkenntnisse brauche ich für einen Berufssprachkurs?

In der Regel Deutsch auf Niveau B1, so steht es in § 4 Abs. 3 DeuFöV. Wer B1 noch nicht erreicht hat, kann je nach Situation einen Spezialkurs besuchen, der zu A2 oder B1 führt.

Welches Sprachniveau brauche ich für die Pflege?

Für die Anerkennung eines ausländischen Pflegeabschlusses als Pflegefachperson wird laut Portal Anerkennung in Deutschland B2 verlangt. Für Pflegehilfe, Betreuung oder Ausbildungen setzen Arbeitgeber und Schulen häufig B1 oder B2 voraus; die genauen Anforderungen hängen von Bundesland und Einrichtung ab.

Wie melde ich mich für einen Berufssprachkurs an?

Wenn du arbeitsuchend gemeldet bist oder Leistungen beziehst, sprichst du zuerst mit deiner Agentur für Arbeit oder deinem Jobcenter. Bist du beschäftigt, wendest du dich in der Regel direkt an einen Kursträger, der den Antrag beim BAMF mit dir stellt.

Quellen

  1. Verordnung über die berufsbezogene Deutschsprachförderung (DeuFöV), § 4 TeilnahmeBundesministerium der Justiz, abgerufen am 5. Oktober 2026
  2. DeuFöV, § 14 Lerninhalte und Lernziele; Umfang der KurseBundesministerium der Justiz, abgerufen am 5. Oktober 2026
  3. Aufenthaltsgesetz, § 45a Berufsbezogene DeutschsprachförderungBundesministerium der Justiz, abgerufen am 5. Oktober 2026
  4. BerufssprachkurseBundesamt für Migration und Flüchtlinge, abgerufen am 5. Oktober 2026
  5. Anerkennungs-Finder: PflegefachpersonBundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), abgerufen am 5. Oktober 2026

Über die Redaktion dieses Artikels

Geschrieben von

Jonas Berger

Redakteur · Bildungsgutschein, Förderrecht, Arbeitslosigkeit

Jonas Berger betreut bei Karriere in Pflege & Gesundheit die Themen Weiterbildungsförderung, Bildungsgutschein und beruflicher Neustart nach Arbeitslosigkeit.

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